Tagebuch der SY Bacchus
August 2006
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| Datum | 07.08.2006 |
| Ortsname | |
| Kurs | - °/kn |
| Ziel | |
| Luft / Wasser | °C / °C |
| Wind / Wellen | NW 6-7 / - |
Schwein gehabt
Nachts um 3:30 setzt tatsaechlich der vorhergesagte Wind ein, jedoch nicht von vorne sondern seitlich. Johannes ist sofort draussen und wir sehen noch wie unser griechischer Nachbar durch
die Windboee auf das naechste Schiff getrieben wird. In dem Moment entfernt sich Bacchus auch von
seinem Standort. Johannes kappt die Landleine um mit Motorkraft in den Anker zu fahren und vor
allem weg vom Land und den Felsen. Aber zu spaet. Mit einer affenartigen Geschwindigkeit treibt
das schwere Schiff dem Felsen zu. Wir h0eren ein dumpfes Geraeusch und haengen an Land.
Zwischenzeitlich ist reges Leben in der Bucht , bei vielen hat der Anker nicht gehalten. Hin und
her fahrende Schiffe, lautes Rufen und die Dunkelheit tragen nicht gerade zur Beruhigung bei. Was
nun? Aus eigener Kraft geht nichts mehr. Unser Dingi ist eingeklemmt zwischen Schiffsrumpf und
Ufer, den Motor koennen wir nicht nutzen, da unzaehlige Landleinen gespannt sind. Zum Glueck kommt
uns recht schnell ein Schweizer zu Hilfe. Sein Anker haelt im Moment den Griechen und uns. Er
ruft schon von unterwegs, ob wir einen zweiten Anker klar machen koennen. In hektischer Eile
wird der Reserveanker vorbereitet. Jetzt mit dem Beiboot in die Mitte der Bucht verbracht und
ab ins Wasser damit. Gluecklicherweise packt der Anker zeitweise und wir koennen uns Meter fuer
Meter daran vom Land wegziehen. Da sich unser Dingi zwischen Felsen und Rumpf geschoben hat,
ist wie durch ein Wunder kein Schaden entstanden, auίer der gekappten Landleine. Ein Glueck,
Johannes hat im Geiste schon die “ Pantenius”
( unser Versicherung ) informiert.
Wir kurven nun erstmal mit zwei drei anderen Yachten in der Dunkelheit in der Bucht umher und
ueberlegen wo wir noch mal einen Ankerversuch wagen koennen. Vorsichtig naehern wir uns einer
kleinen Bucht gegenueber und werfen hier unsern Anker, der auch haelt, wenigstens bis zum Morgen.
Es ist inzwischen fast 5:00 an Schlaf ist nicht zu denken und die Sonne geht auch schon in ca.
einer Stunde auf.
Hier haette es uns beinahe erwischt
Auch am naechsten Tag koennen wir keinen Schaden am Schiff feststellen, noch mal richtig Glueck gehabt. Johannes faehrt bei dem schweitzern vorbei und bedankt sich fόr die tolle Hilfe und laden
beide, Fritz und Johanna ,als kleines Dankeschoen und zum Erfahrungsaustausch zum Abendessen bei uns ein.
Anschliessend testen wir noch mal den Halt des Ankers , es sind wieder Boeen bis 7 Bft angesagt.
Noch mal mφchten wir nicht so eine Nacht erleben.
Wir versuchten geschlagene 3 Stunden mit allen erdenklichen Mitteln den Anker zuverlaessig zum
Halten zu bringen, nicht moeglich. Der Grund ist so dicht mit Seegras bewachsen, dass selbst zwei
Anker hintereinander an der Kette keine Chance haben. Inzwischen ist das Schiff von Fritz und
Johanna auch gerutscht. Auch sie versuchen vergeblich einen Halt zu finden. Gegen 18:00 meint
Fritz: um das naechste Kap herum haette er eine Badebucht gesehen, in der auch Schiffe geankert
haetten, wir sollten es doch dort probieren. So sind wir gemeinsam in die uebrigens wunderschoene
Bucht und beide Schiffe hatten im Nu die Anker fest. Warum sind wir nicht schon frueher auf diese
gute Idee gekommen? Wir haetten uns einen schoenen Nachmittag machen koennen. So wurde es ein
schoener Abend.
Johanna und Fritz, unser geistesgegenwaertiger Helfer



