Latakia
Langsam kommt uns Latakia vertraut vor. Die ersten Eindrücke waren doch sehr fremd. Nun schockt es mich nicht mehr, wen ich vor den „Restaurants“ die toten Hammel in den Fenstern hängen sehe. Im Gegenteil, inzwischen kann ich da auch essen
An den Straßenverkehr haben wir uns auch langsam gewöhnt. Hier in der Stadt wird nach dem Motto „ Ich bremse nicht für Fußgänger“ gefahren. Fußgängerampeln oder Zebrastreifen sind unbekannt. Die Syrier schlängeln sich gewandt durch den fließenden Verkehr und nutzen jede Lücke aus, die Straße zu überqueren. Wir inzwischen auch. Oft ernten wir dann wildes Gehupe, aber das ist völlig normal
Super praktisch sind die unzählbaren kleinen gelben Taxis. Sie flitzen ununterbrochen durch die Stadt und kosten fast nichts. Man findet immer innerhalb von Minuten ein freies und kann für ein paar Cent überall hin
Wir sind heute zu Elias eingeladen, er war gestern bei uns auf dem Schiff und wollte alles Mögliche über Segelschiffe hören. Es gibt tatsächlich keine einzige Segelyacht in ganz Syrien. Er überlegt daraus ein neues Geschäft zu machen. Im Moment treibt er Handel mit syrischer Unterwäsche. Seine soll die beste in Syrien sein.
Später begleitet er uns zur Bank und zum besten „Araber“ der Stadt.
Nachdem das Essen ordentlich serviert ist, verabschiedet er sich von uns. Immer wieder sind wir von der Freundlichkeit der Menschen in Syrien überrascht.
Ein bisschen Kultur soll heute auch noch sein, wir besuchen das Museum von Latakia.
Das Museum ist klein und vernachlässigt. In einem einen schönen alten Gebäude liegen Kostbarkeiten in alten Vitrinen. Draußen in einem parkähnlichen Garten stapeln sich die von den Franzosen 1998 ausgegrabenen Fundstücke. Wahrscheinlich seit damals nicht mehr angefasst. Außer einigen Hinweistafeln in französischer und arabischer Schrift gibt es keinerlei Erklärungen der ausgestellten Stücke. Wir lassen die kühle und friedliche Umgebung auf uns wirken. Nach der lebendigen, lauten Stadt eine angenehme Abwechslung.
Morgen gehts mit dem Zug nach Aleppo