Viva Espirito Santo Viva Imperador Vivo
Heute scheint die Sonne. Wir wollen nach Sao Laurenzo an den Strand. Heute ist Samstag also keinBus. Rauf nach Vila do Porta fahren wir mit der jungen Mitarbeiterin aus dem Marinabüro. Von da aus geht es nicht so recht weiter. Entweder sind die Autos voll besetzt oder die Fahrer haben es eilig. So bewegen wir uns Richtung Kreisverkehr und hoffen an der richtigen Ausfallstraße auf eine Mitfahrgelegenheit. Wir kommen nicht weit. Unaufgefordert hält ein Auto. Der Fahrer fragt ob wir mitfahren wollen. Er fährt nach Anjos. O.K. wir wollten zwar nach Sao Lauzenzo, aber Anjos ist auch gut. Wir steigen ein. Paulo, der Fahrer, erzählt uns von der „Suppe für Alle“, die es heute Abend im kleinen Speisesaal neben der alten Kirche gibt. Er sei gerade dorthin unterwegs und würde uns gerne alles zeigen und natürlich sind wir zum Suppe essen eingeladen. Paolo spendet die Suppe zu Ehren seines verstorbenen Vaters und Großvaters
Es werden rund tausend Esser erwartet und seit Mittags wir alles vorbereitet. 4-5 Stunden müssen die großen Eisenkessel auf dem Holzkohlenfeuer köcheln.
Zutaten für die kräftige Suppe sind viel Rindfleisch, Zwiebeln, Weißkohl, Salz und Wasser.
Vor dem servieren in den Metallschüsseln kommt noch frische, wilde Pfefferminze hinzu und in dicke Brocken geschnittenes Brot.
Paolo zeigt und erklärt uns alles genau. Den Rotwein von Pico müssen wir probieren und die hunderte von Broten bestaunen.
Aus Paola spricht mit jedem Wort der Stolz auf „seine“ kleine Insel und auf die Azoren. Er meint, wir haben den besten Käse, den besten Wein, das beste Fleisch den frischsten Fisch und ein gutes Leben in einer funktionierenden sozialen Gesellschaft. Er möchte auf keinen Fall woanders leben.
Vieles können wir gut verstehen, aber um hier zu leben muss man wahrscheinlich auf den Inseln geborene sein
Wir verabschieden uns bis heute Abend von Paolo und schlendern gemütlich zum Strandbad. Dort gibt es einen leckeren Milchkaffee und anschließend ein Bad im riesigen „Wellenwirlpool“.
Abends reihen wir uns in die Schlage vor dem kleinen Saal ein und warten geduldig und hungrig auf den Einlass.
Satt und zufrieden verlassen wir das schöne alte Gebäude und wenden uns Richtung Straße.
Ein junger Mann fragt uns ob wir einen „Lift“ wollen und wenn wohin. Wir antworten, nach Vila do Porto und so werden wir wieder mal bis zur Marina gebracht, auch wenn das eigentliche Ziel des Fahrers ein anderes ist.