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Ankern vor Culatra 26 °C 25 °C ESE 15-22 Kn

Augen zu und durch...

Unser Plan ist, früh mit dem auslaufenden Wasser und Rückenwind aus der Lagune rauszusegeln. Was wir nicht bedacht haben sind die hohen Wellen die sich vor der Ausfahrt aufgebaut haben. Im Fernglas können wir die brechenden Wellen sehen und überlegen kurz noch zu warten, bis Stillwasser einsetzt. Doch die Strömung nimmt immer mehr zu und wir schießen förmlich Richtung Ausfahrt. Mein Adrenalinspiegel steigt. Nun gibt es kein zurück mehr. Augen zu und durch, sagt Johannes. Ich kann mir die anrollenden Brecher nicht angucken, stelle mich in den Niedergang und schau nach hinten. Bacchus rollt und rumpelt durch die ersten Wellen.
In Schiff scheppert alles was nicht niet- und nagelfest ist. Gut festhalten ist angesagt. Plötzlich macht Bacchus einen Satz, es poltert, wir tauchen in eine Welle ein und einige Kubikmeter Wasser ergießen sich übers Deck. Kaum kommt das Boot wieder hoch steigt von hinten eine Welle ein und kurz steht Johannes mit den Füßen im Wasser. Voller Konzentration steuert Johannes Bacchus, der mit über 9 Knoten durch die Brandungszone schießt.
Nach einigen Minuten ist der Spuck vorbei, wir sind im freien Wasser. Auch hier sind die Wellen unerwartet hoch. Wir können segeln und kommen gut voran, allerdings ist das kein gemütlicher Kurs. Nach 8 Stunden fällt der Anker vor Ferradudo und nun bemerken wir erst, dass das Heckfenster von der hinteren Kabine nicht ganz geschlossen war und nun neben dem Schiff auch das Bettzeug eingesalzen ist.
Eins steht fest: Aus dieser Ein/Ausfahrt nur noch bei Stillwasser.