2. Segeltag
Diese Nacht reichte für zwei.
Nach dem Abendessen nähert fällt wie aus dem nichts eine lang gestreckte, graue Wolkenzunge vom Himmel. Die vorhergesagte Südfront. Jetzt zügig den Blister bergen. Denn bei diesen Fronten setzt der Wind oft schlagartig ein, die wahren Blisterkiller Genua und Groß kommen zum Einsatz. Innerhalb von Minuten geht es zur Sache. Der Wind frischt auf, reffen, Wind dreht, alle Segel umschoten, Wind flaut ab, alles wieder raus. Und so geht das die ganze Nacht. In der Koje ist der Körper damit beschäftigt die heftigen Bootsbewegungen auszugleichen. Am besten liegt man in der stabilen Seitenlage. Der Schlaf stellt sich nur schwer ein. Wir sind noch nicht müde genug Mich rettet wieder mal „Super Pep“. Irgendwann endet jede Nacht
Heute Morgen scheint wenigstens die Sonne, aber wenig Wind und viel Welle, nicht gerade das ideale Reisewetter für Segelschiffe. Johannes sorgt trotz schwieriger Bedingungen für regelmäßige Mahlzeiten auch wenn der Appetit nicht sehr groß ist.
Gegen Mittag frischt endlich der Wind auf, erreicht in Böen 6 Bft und Bacchus zischt unter Blister mit 7 Knoten durchs Wasser, kurz sehen wir 8 Knoten auf dem GPS, Wellen und Strömung helfen mit.
Etmal heute 102 Seemeilen.