Reisekoller
Gut geschlafen und Magen o.k. Ein guter Start in den Tag. Wir frühstücken in einem Cafe an der Straße suchen und finden anschließend das Büro der Busgesellschaft CTM Marok untergebracht in einem ziemlich klebrigen Kaffeehaus. Es fährt auch tatsächlich ein Bus um 10:20 nach Figuig. Wie immer sind wir gut in der Zeit und wie meistens hat der Bus Verspätung. Aber Dank Internetverbindung vergeht die Wartezeit kurzweilig.
Inzwischen ist es wieder ziemlich „warm“ geworden und wir sind froh als der, jawohl, klimatisieret Bus endlich losfährt
.
Schließlich, nach ca. 3 Stunden erreichen wir Figuig das „heiß“ ersehnten Ziel unserer Bemühungen, eine große Oase direkt an der algerischen Grenze.
Wir steigen aus dem Bus aus und da trifft uns echt der Hitzschlag. Auf diese Temperaturen bin ich nicht vorbereitet. Außerdem ist der Ort öde und es gibt, ganz ungewohnt, auch keine wartenden kleinen Taxis um uns zu unsrer Unterkunft zu bringen. Und Palmen sehe ich auch keine. Und ich frage mich was ich hier eigentlich will?
Ein junger Marokkaner ruft per Handy ein Taxi. Außerdem versucht er in der Auberge Oasis anzurufen um zu klären, ob ein Zimmer frei sei. Ist wohl niemand Zuhause. Wir fahren trotzdem mit dem Taxi hin und der Fahrer leitet uns zu fuß durch die engen Gassen des Ksar das alte Dorfzentrum, ehrlich, ohne ihn hätten wir das Haus nie gefunden. Wir sind durch das Internet auf diese Unterkunft aufmerksam geworden. Zimmer in einem typisch marokkanischen Haus mit Innenhof. Wir stehen vor einer sehr düsteren, großen und sehr alten Holztüre.
Wir klopfen, wir rufen an…
Niemand da. Aber unser Taxifahrer weiß Rat, parkt uns in einem Kaffe am nahegelegenen Marktplatz und siehe da, nach 5 Minuten kommt der Inhaber der Auberge per Rad und pickt uns auf.
Ich habe keinen Bock mehr, also geht Johannes mit Ismail zum Haus, macht Preis und Zimmer klar.
Wir nehmen ein Zimmer im Erdgeschoß und ich bin mir nicht so sicher, ob ich die Authentizität der Unterkunft wirklich gut finde
Palmengärten
Nach einer Runde Schlaf und einem Tee, serviert von Ismaels Schwester, steigt die Laune wieder. Es ist auch nicht mehr so erschlagend heiß, wir wagen den ersten Ausflug durch die Ksar und suchen einen Eingang zu den Palmengärten.
Figuig, so lernen wir, besteht aus 7 verschiedenen Ksar, die alle durch die Palmengärten miteinander verbunden sind, aber wie eigene Ortschaften gelten. Von einem Ksar zum nächsten kann es schon ziemlich weit sein. Ein Ksar ist ein Dorf hinter Lehmmauern und aus Lehm gebaut. Uralt und total verwinkelt. Kinder spielen in den engen, oft dunklen Gassen. Hinter manch offener Tür versteckt sich ein kleiner Gemischtwarenladen oder direkt der Eingang zum Haus. Verschleierte Frauen radeln oder eilen vorbei und grüßen neugierig. Fremde in ihrem Ksar sind selten.
Mit zunehmender Begeisterung folgen wir Gässchen auf Gässchen, immer weiter in das Gewirr der dunklen Gänge. Bis wir nicht mehr wissen wohin. Wie immer findet sich ein hilfsbereiter Bewohner und führt uns zu den Palmengärten und gleich zu einem spektakulären Aussichtspunkt. Ein heißer Südwind weht über die Palmengärten, ansonsten ist es still. Die Sonne geht langsam unter, ab und zu sieht man ein Wasserbassin in der Abendsonne blitzen.
Allein für diesen tollen Augenblick hat sich der Weg gelohnt.
Unser „Begleiter“ verlässt uns wieder und so streifen wir noch bis Sonnenuntergang durch verwinkelte Gassen der Oase, finden auch alleine den Rückweg zu unserer Unterkunft. Hier wartet ein selbstgekochtes, marokkanisches Essen auf uns.